Reiner Kerp schrieb am 27.12.2003:
... jetzt wird es kompliziert. ...
Lieber Reiner, es war, ist und wird überhaupt nicht kompliziert - es ist vielmehr ganz einfach. Ein Verein hat satzungsgemäß "sich selbst" [sprich: seinen Mitgliedern] zu dienen. Den "Gemeinnützigkeitsstatus" verdient man sich "nur" unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten, wenn man sich nämlich satzungsrechtlich "für sich" einem Zweck verschrieben hat, den unser Gesetzgeber für "gemeinnützig" hält. Warum bitte könnten oder sollten Vereine verpflichtet sein, ihren Service, den die eigenen Mitglieder "finanzieren" müssen, ganz oder zeitweilig kostenlos feil zu bieten? Unter vereinspolitischen Gesichtspunkten macht das nur Sinn, wenn den eigenen Mitgliedern dafür ein "Gegenwert" zufließt und der ist jedenfalls von "Tastaturkönigen" [= suche nach Müller in Preußen, wer kann helfen?] nicht zu erwarten. Die AGoFF ist bereit, die AGoFF-L für alle genealogischen und historischen Vereinigungen zu öffnen, die ihre Mailinglisten auch für AGoFF-Mitglieder öffnen. Warum bitte ist das zu wenig und wenn es zu wenig ist, warum liegt das Problem dann bei der AGoFF? Auf Lieschen Müller, die auf ihre einmalige Anfrage in der AGoFF-L nach Müller in Preußen (natürlich) keine brauchbare Antwort erhält und deshalb glaubt, die AGoFF sei nicht zu gebrauchen, kann und will ich als AGoFF-Mitglied gerne verzichten. Sie mag bei Bedarf die nicht eben kleine Zahl der "offenen Mailinglisten" bemühen oder eine weitere "offene Liste" gründen, was ihr CompGen kostenlos ermöglicht, wenn sich die Sache nicht auf "Kleinkleckersdorf" beschränkt und/oder dort bereits anderweitig besetzt ist. Und last but not least: Ich habe mich über meine Mitgliedschaft (!) in den vier Vereinen, denen ich teilweise seit mehr als 25 Jahren angehöre, noch niemals beklagt. Beklagenswert war und ist aus meiner Sicht nur, dass viele Vereinsmitglieder dem "Irrglauben" unterliegen, aus der Zahlung des Mitgliedsbeitrages folge die Verpflichtung des Vereins, sich gerade für die individuelle Forschung des Einzelnen in besonderer Weise zu engagieren und dies auch noch, ohne es selbst als Pflicht zu begreifen, vielleicht einmal selbst etwas für sich und den Verein zu tun ... Jeder Verein ist bestenfalls so gut, wie das Engagement seiner (ggf. nur einzelner) Mitglieder. Da hilft kein lamentieren, sondern allenfalls "machen". Das immer wieder "predigen" zu müssen, ist gleichermaßen lästig, wie die einleitende Frage: "Was wird mir den für den Mitgliedsbeitrag geboten". "Dein gedanklicher Ansatz" hilft mir da leider nicht weiter. Schöne Grüße aus Bremen Hans-Jürgen