Lieber Vorstands-Mäuse,
ich schreibe im Auftrag von
Wir sind dabei, das Mitteilungsheft zusammenzustellen.
Unserer Meinung sollte darin über die Vorkommnisse der letzten Zeit geschrieben
werden.
Aus Termingründen bitte ich um abschließende Stellungnahmen
bis spätestens Samstag, den 15. August 2009 um 12.00 Uhr.
Viele Grüße
Uta
Liebe Mäuse,
nach einer leider unruhigen und bisweilen turbulenten Zeit für die MAUS,
zu der nachfolgend noch etwas zu lesen sein wird, liegt Ihnen nun wieder das
Mitteilungsblatt der MAUS vor.
Wir hoffen, dass im Herbst und Winter die vorhandenen Energien nicht
mehr in Streit und Hader verzehrt, sondern für die zukunftsweisende Arbeit der
MAUS in altbewährt familiärer Art genutzt werden können: Es sind ja noch sehr
viele Projekte und Aufgaben, die auf uns warten.
Was war aber passiert, dass die MAUS so sehr in Aufruhr kommen konnte,
dass die Familie auseinanderzubrechen drohte ?
Unser Beiratsmitglied Gisbert Berwe hat in unsere Maus-Netzliste ja
schon versucht, die Lage der Dinge nach seiner Sicht zu schildern, da aber
nicht alle Mitglieder an diesem Medium teilnehmen, möchte ich noch einmal den
Verlauf, das fatale Ergebnis und die Einigung kurz und knapp schildern:
Alles begann mit dem Bild eines Grabsteines, das auf Wunsch eines
Angehörigen aus der Datenbank der Maus entfernt werden sollte. Als die Entfernung
nicht nach Wunsch des Angehörigen geschehen war, hat dieser seinen Anwalt
eingeschaltet, ohne weiter seine Gründe erklärt zu haben, warum das Bild
entfernt werden müsse. Da die MAUS, gut beraten durch Herrn Wolf auf rechtssicheren
Boden stand, beschlossen Dr. Juling,
Frau Scabell, Herr Voß und Herr Wolf es auf einen Prozess ankommen zu lassen.
Nun kam aber ein weiteres Detail zum Tragen: Der Grabstein war für die vor
sechs Jahren verstorbene erwachsene Tochter des Beschwerdeführers gesetzt worden.
Dr. Ulrich habe nach Erfahren dieses Sachverhaltes das Verharren der MAUS auf ihrer Rechtsposition nicht mehr mit seinem
Berufethos als Pfarrer vereinbaren können und hat daraufhin seinen Ehrenvorsitz
zurückgegeben.
Bei einer zweiten darauffolgenden Vorstandsitzung, an der nicht alle
Mitglieder während der Urlaubszeit teilnehmen konnten, wurde dennoch
mehrheitlich beschlossen, dass das Bild in der Datenbank bleibe. Andernfalls,
so schrieben Dr. Juling und Herr Wolf vorher in der vorstandsinternen Netzliste,
würden sie nicht mehr für dieses Projekt zur Verfügung stehen.
Grund für den Beschluss des Vorstandes, das Bild in der Datenbank zu
lassen, war vor allem auch, dass der Beschwerdeführer keinerlei konkrete
Angaben machte, warum das Bild zu entfernen sei. Falls aber ein neuer
Sachverhalt eintrete, würde man darüber noch einmal zu entscheiden haben.
Kurz nach der Vorstandssitzung kam nun aber ein Brief vom Anwalt des
Beschwerdeführers, in dem er schildert, dass sein Mandant den Tod seiner
Tochter noch lange nicht verwunden habe und er es nicht ertrage, das Bild im
Netz verbreitet zu sehen.
Hier kam es nun zu zwei folgeschweren Reaktionen:
Erstens vermuteten einige aus dem Vorstand, z.B. Dr. Juling, jemand
habe dem Anwalt mitgeteilt, was er schreiben müsse, um Erfolg zu haben. Eine
Vermutung, die zutreffen könnte, aber nicht beweisbar ist, oder aber ein folgenschwerer
Zufall war, der leider viel zur Vergiftung des Verhältnisses beitrug.
Zweitens sah Herr Voß nun in diesem Brief des Anwaltes eine neue
Sachlage und konnte es aufgrund eigenem familiären Verlustes einer erwachsenen
Tochter und seiner langjährigen Hospizarbeit nicht mehr mit sich vereinbaren,
sich über die Trauergefühle eines anderen Menschen hinwegzusetzen. Andernfalls
könne er nicht mehr Vorsitzender eines Vereines sein, für den Gefühle anderer
Menschen nicht zählen.
So standen Rücktrittsdrohung gegen Rücktrittsdrohung. Es wurde
kurzfristig zu einer Netzabstimmung unter den Vorstandmitgliedern aufgerufen,
die aufgrund der Satzung auch so durchgeführt werden kann. Dabei trug ein
Missverständnis zur weiteren Eskalation bei, weil Herr Voß in dem Glauben war,
Herr Klostermann sei noch immer Schatzmeister und Frau Scabell daher als
kommissarischer Schatzmeister nicht stimmberechtigt. Dr. Juling bekam leider
keine Zeit mehr, seine Stimme abzugeben. Um es kurz zu machen: Der Vorstand entschied sich in seiner Mehrheit nun für die
Entfernung des Grabsteinbildes.
Nun kam es zu einer Kettenreaktion: (1) Frau Scabell war zu recht
entsetzt darüber, daß sie aufgrund des Missverständnisses nicht zur Abstimmung
zugelassen wurde. (2) Dr. Juling und Herr Wolf traten wie angekündigt als stellvertretender
Vorsitzender bzw. Rechtsberater zurück. (3) Da Dr. Juling weiterhin für die
Datenbanken der MAUS arbeitet, mußte er die neue Situation der Grabsteinliste
mitteilen, über diese vermittelt brach dann eine Diskussion in der MAUS-Liste
los, die von manchen unbeteiligten Personen sehr hitzig geführt wurde, ohne
dass sie wirklich Kenntnis der Sachlage und der Beweggründe zu haben schienen:
Ungeahnte Abgründe traten bisweilen zu Tage.
Vor allem dem verdienstvollen Einsatz von Gisbert Berwe ist es zu
verdanken, dass sich trotzdem der Vorstand wieder zu einem Gespräch
zusammenfand, in dem Missverständnisse aufgeklärt und in dem versuchte wurde,
wieder eine Basis für eine Zusammenarbeit zu finden:
Die Hauptbeteiligten, Dr.Juling, Frau Scabell und Herr Voß versuchten
eine Aussprache.
Am Ende der Sitzung war Frau Scabell wieder bereit, als kommissarischer
Schatzmeister für die MAUS tätig zu sein. Dr.Juling war aber leider bisher noch
nicht zu bewegen als Zweiter Vorsitzender weiter zu machen, wird aber die
Datenbanken der MAUS weiter betreuen. Herr Wolf erklärte, er sei aus ganz
pragmatischen Gründen aus dem Verein ausgetreten, um seine Position als Anwalt bei
einem möglichen Rechtstreit hinsichtlich der Datenbanken von CompGen (Verein
für Computergenealogie) zu stärken.
Der Vorstand hofft, dass eine derartige Verkettung von
Missverständnissen, Verdächtigungen und ungeschickten Äußerungen und Handlungen
nicht wieder vorkommt und bittet die Mitglieder um Nachsicht: Wir sind alle
auch nur Menschen.