Hallo Doris, hallo Wulf,
auch ich sehe den Diskusionsbedarf untereinander und halte das für wichtig. Wenn wir Dinge untereinander "ausdiskutieren" mit dem Ziel, dass die Diskusionspunkte dann Schlussendlich für jeden von uns vertretbar ist, dann bildet das schon mal einen Konsens - mit dem man dann auch nach außen Dinge vertreten kann.
Die Ausfüllhilfe - hier könnte man evtl. schreiben:
Gibt es die Möglichkeit, an die verhergehende Sitzung anzuknüpfen oder anzuschließen?
Diese Formulierung wäre frei von einer Tabelle oder Drop Down usw. - meine ich.
Bei Standard vorhanden (Geburt, Taufe, Tod, Beerdigung, Beruf, mindestens 1 Notizfeld "Quelle") - Hier meinte ich ein Feld für Quellenherkunft (KB, Standesamt, Presse, mündliche Mitteilung, etc.). Ob das ein Feld "Notiz" oder "Quellenherkunft" genannt wird sein sollte, sollten wir kurz diskutieren. Ich halte es für wichtig zu wissen, waraus ich meine Information beziehe.
Standard Hochzeit - der Hinweis Proklamation ist gut und sicherlich von Interesse - ich denke aber, dass Proklamation in das Notizfeld gehört, denn eine Proklamation ist noch nicht verheiratet sein und Hochzeit ist entweder ja oder nein. Wenn man nur das Proklamationsdatum hat, dann ist das Paar noch nicht verheiratet und bei Heirat gehört ein Nein oder unbekannt hin. Ob eine Proklamation schlussendlich zur Heirat führte oder nicht, gehört in das Notizfeld. Man kann zwar vermuten das, ... aber belegt ist das dadurch noch nicht.
Geschlecht (M/F/U oder X) - mein Votum wäre:
Geschlecht m/w/u) - männlich/weiblich/unbekannt und das X für ein "sehr gutes" Programm zu staffeln.
Benutzerdefinierte Felder - da sehe ich weiteren diskusionsbedarf. Es gibt Programme, die dies zulassen und Benutzer, die sich gerade deswegen dieses oder jenes Programm zulegen. Daher sollte dieses nicht vernachlässigt werden, - zunächst mal unabhängig vom GEDCOM Standard. Damit meine ich, es gehört rein und wie das Programm damit umgeht, hängt davon ab, wie GEDCOM-konform das Programm ist und ist ein weiterer Step unter dem Punkt GEDCOM.
Herzlichste Grüße
Walter
Von: Doris Reuter <dorisreuter@online.de>
An: Softwaretests-L <softwaretests-l@genealogy.net>
Betreff: Re: [SWT] Dateneingabe
Datum: Sun, 13 Oct 2013 21:44:16 +0200
lieber Walter,
nach kurzer Zwangspause bin ich Euch Antworten schuldig ;-) - zunächst
antworte ich auf die Mail vom Wulf.
> Trotzdem fällt mir sofort etwas auf, was bei der Dateneingabe fehlt:
>
> Q U E L L E N
>
vergessen wurde es sicherlich nicht - du kannst dir sicher sein, dass
ich lange nachgedacht und auf diese Frage gewartet habe....nur ist diese
Frage aus verschiedenen Perspektiven angehbar, jede Möglichkeit ist aus
meiner Sicht nachvollzieh- und begründbar, darum müssen wir gucken, was
am sinnvollsten ist.
>
> Die Quellverwaltung ist ein zweiter Schritt, wie auch die
> Ortsverwaltung oder die Namensverwaltung.
Ja, das war eine Überlegung:
nimmt man die bloße Eingabemöglichkeit von Quellen zu den "Dateneingaben"?
Aber: wie bewertet man dann die Quellenverwaltung, da wir angedacht
haben zu den Einzelfunktionen ein Minimum (Standard) festzulegen?
Was ist das Minimum einer Quellenverwaltung? Erst wenn wir die Frage
klären konnten, können wir sagen ob das Vorhandensein eines
Informationsfeldes für die Quellen "Dateneingabe" ist oder
"Quellenverwaltung".
>
> Bei Ausfüllhilfen (Erinnerung an vorherige Einträge) würde ich
> schreiben wollen: Ausfüllhilfen (Drop down Fenster mit Vorschlägen aus
> früheren Einträgen) und dann sollten die Felder angegeben werden,
> Nachname, Vorname, Ort, Beruf, Quelle, Religion
hm....
das halte ich für ungut, einfach weil es unterschiedliche
"Ausfüllhilfen" gibt, und ich einen Begriff gesucht habe, der alle
Varianten einschließt. Einige Programme arbeiten mit DropDown-Listen
(gemerkte frühere Einträge), andere bieten den Zugriff zur Datenbank
(Tabelle zur Auswahl), noch wieder andere arbeiten so: Man gibt ein Wort
ein und das Programm ergänzt automatisch das Wort (bietet ganze Worte
aus der Erinnerung an). Dabei wiederum zeigen einige alle Begriffe mit
gleichem Anfangsbuchstaben, andere grenzen beim Weiterschreiben immer
weiter die Auswahl ein...
vier Varianten (die mir spontan einfallen): eine Wertung, was davon nun
der bessere Weg ist, sollten wir nicht vornehmen.
Die Felder anzugeben halte ich für suboptimal, ganz einfach weil die
Felderauswahl wohl auch eng mit der Art der Auswahlhilfe zusammenhängt:
Ein Programm mit Ortsdatenbank und Quellenverwaltung wird ein Verknüpfen
mit vorhandenen Eingaben per se unterstützen. Ein Programm mit
automatischer Wortergänzung wird alle Felder unterstützen....
Wenn wir diesen Faden weiter verfolgen, dann ist das eine Spirale ohne
Ende - meint Ihr nicht?
>
> Bei "Standard vorhanden (Geburt, Taufe, Tod, Beerdigung, Beruf,
> Heirat, mind. 1 Notizfeld)" fehlt "Quelle"
>
s.o..... wie definieren wir dann die Eingabe "Quelle" losgelöst von der
Quellenverwaltung? bzw. wo genau ziehen wir die Grenze, dass wir dann
noch sagen können: Das ist der zu erwartende Mindeststandard einer
Quellenverwaltung?
> Heirat sollte Standesamt/Kirche differenzieren
Das halte ich für verzichtbar, weil es immer nur ein gültiges
Heiratsdatum gibt: früher war das die Kirche, dann war es das
Standesamt. Rest fällt unter "weitere Informationsfelder". Aus meiner
Erfahrung heraus ist z.B. ebenso wichtig ein Feld für "Proklamation",
nämlich dort, wo man das Heiratsdatum nicht findet (weil auswärts), aber
die Proklamation....das habe ich persönlich lieber wie Heiratsdatum
berechnet (ich habe Fälle, wo die Braut nach der Proklamation vor der
Hochzeit das Weite suchte... ;-)
Standard: Hochzeit (je nach Gesetzgebung der Zeit), das andere fällt aus
meiner Sicht - wenn wir uns darauf einigen - unter "weitere Felder".
> Geschlecht (M/F/X/U) gehört zum Standard
*lächel*...anlehnend an einen Kurzartikel in der CG....
Kann man aber auch so sehen:
Standard ist M/F/? oder U....das X ist "erwünscht", wenn es ein "sehr
gut" sein soll....
aber ich halte das für so verschwindend selten "gebraucht", dass ich es
in einer solchen Liste nicht explizit abfragen würde - wenn wir alles
abfragen was irgendwem wichtig sein könnte, dann wird die Liste so lang
dass niemand sie ausfüllt. :-(
>
> Benutzerdefinierte Informationsfelder möglich? halte ich nicht für
> gut, da das nicht gedcom-konform exportiert werden kann. So etwas
> gehört in Notizen.
>
dein Einwand ist zum Teil völlig richtig!!!!! (Das vorausgeschickt).
Aber:
1. Will ein Forscher eine Personengruppe in eine Liste filtern, so geht
dies nur, wenn zu dem Ausgangspunkt der Gruppierung ein Informationsfeld
existiert. D.h.: Forscher ist darauf angewiesen dass das Programm ein
solches Feld anbietet oder er es notfalls selbst erstellen kann.
Beispiel: Alle Personen, die einmal in die USA ausgewandert sind oder:
alle Familien, die einen bestimmten Hof bewohnt haben, oder: Bei einem
Programm ohne Patenverknüpfung möchte vielleicht jemand über ein
Faktenfeld in die Lebenschronologie einfließen lassen, wann jemand bei
anderen Pate war und für wen.... ....Beispiele gibt es extrem viele.
2. Was in den Notizen steht, kann nicht zum Filtern von Personengruppen
genutzt werden.
3. Ergo: In Fällen, in denen es für meine persönliche Forschung wichtig
ist, kann ein Benutzerdefiniertes Feld sehr sinnvoll sein, vor allem
dann, wenn es kein allgemein übliches Feld ist.
Für diese Forscher bedeutet ein solches Feld einen großen Mehrwert.
Nun ist es absolut richtig zu sagen: Die Gedcomprobleme....
Ein nicht zu unterschätzendes Problem, aber:
1. Nicht der EXPORT ist das Problem! Die Programme stellen dann einen
Unterstrich voran und schon ist es ein absolut gedcom-gerechtes Feld.
Und: es gibt Programme, die anstandslos selbst generierte Informationen
einlesen!....entweder kann man ein Feld zuweisen (Oberklasse), oder es
kommt schlimmstenfalls in die Notizen. Ganz schlecht: Programm erkennt
es nicht, also wird es weggeworfen. Die Gefahr besteht, ist aber kein
Problem des Feldes, sondern des Gedcomimportes anderer Programme.
2. was interessiert einen Anwender, dem selbstdefinierte Fakten wichtig
sind und bei seinem Programm bleiben will die Frage, ob er genau dieses
Feld später an ein Programm übertragen wird, das solche Informationen
nicht übernimmt (er kann ja dann wieder in Testberichten lesen, wie das
Programm mit diesem Problem umgeht)....will sagen: dieser Umstand ist
zwar wichtig und wir sollten nicht müde werden davor zu warnen
Informationsfelder leichtsinnig anzulegen, aber wir sollten diese
gestalterische und verwaltungstechnische Möglichkeit nicht übergehen,
sondern dem Anwender zutrauen eine Entscheidung zu treffen. Per se ist
diese Funktion eine wichtige Bereicherung - letztendlich liegt das
Problem, das du hier ansprichst aus meiner Sicht eher am Gedcom-IMPORT
der Programme.
Habe ich ausreichend erklären können, was ich meine?
Ich stelle das gern zur Diskussion.
> Feld für Leitname möglich (Familienzugehörigkeit) Was ist das?
In deiner Liste nanntest du es möglicherweise "aus dem Hause"....
Bei Nicht-Adeligen sehr sinnvoll, wenn man die Personen mit der
jeweiligen Schreibweise des Namens zu verschiedenen Zeiten erfasst hat
(Graumenz, Gramenz, Graumünz) - und in einem Feld wird der heute übliche
Name (Gramenz) erfasst und man kann bequem alle Angehörigen dieses
Familienzweiges in eine Liste filtern. Wichtig auch bei den ollen
Ostfriesen mit ihrer patronymischen Namensgebung.... jede Generation
hatte einen anderen Namen (Familiennamen gab es nicht). Um trotzdem
sortieren zu können: das ist die Familie Kruse (weil die Familie eben
irgendwann diesen Namen annahm) ist das der einzige Weg. Da höchstens
zwei, drei Programme das anbieten ist ein benutzerdefiniertes Feld
manchmal ein Segen (ohne ist man fast aufgeschmissen).
>
> Kennzeichnungsmöglichkeit oder Aufnahme von Präfix, Suffix, Titel,
> Ruf-, Spitz- und Aliasnamen? da tät ich schreiben:
> Gibt es Felder für Präfix, Suffix, Titel, Ruf-, Spitz- und Aliasnamen?
ja.
Bei manchem kann man halt den Rufnamen unterstreichen, und das wollte
ich einbeziehen.
Glücklich bin ich damit nicht wirklich, weil beim Beantworten geht es
dann los mit: das ja, das nein, aber....
*seufz*
Ich glaube zu jedem einzelnen Punkt könnte man einen Artikel in der CG
schreiben....
>
> Eingabe nicht verheirateter Paare möglich (und als solche erkennbar)
> Da muss unterschieden werden zwischen "nicht verheiratet" /
> "außerehelich" / "Ehe unbekannt" Dazu kommt. Gleichgeschlechtliche
> Partnerschaften möglich.
Ich weiß, welche -zig Varianten es gibt... und suchte nach einer
zusammenfassenden Formulierung. ;-)
>
> Bei Auswertung (Vorschlag)
> schlage ich vor Sterne und Punkte zu vereinheitlichen. 0 bis 26 Punkte
> spiegelt nur eine Pseudogenauigkeit vor.
?
Jein...
Gedacht war es ja so:
Die Summe aller Fragen zu einer Funktion stellt das Optimum des derzeit
Machbaren dar - sprich Referenz zu einem Thema = 100% = 5 Sterne für
sehr gut.
Dann schauen wir: das ist aus unserer Sicht der Standard, den ein
Programm zumindest anbieten sollte - das ist ein Mittelfeld. Davon
ausgehend habe ich bei der Dateneingabe versucht, die Bewertung
aufzubauen. Es eröffnet die Möglichkeit, mit einem einzigen optischen
Hingucker für den schnellen Überblick zu sehen, wo ein Programm im
Vergleich steht - und lädt zur genaueren Betrachtung der Details ein.
Der Rest deiner Mail bezieht sich auf die Ortsverwaltung....vielleicht
sollten wir da erst weitermachen, wenn wir die Datenerfassung
abgeschlossen haben?
Wenn wir drei schon so unterschiedlicher Meinung sind.....wie ist es
dann erst "draußen"?
;-)
Das Diskutieren ist sicherlich mühsam - aber ich halte es für wichtig.
Draußen sind noch mehr unterschiedliche Meinungen und nur so erreichen
wir eine vertretbare Liste...
Liebe Grüße
Doris
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