Zur Auflockerung dieses Themas, mit Gruss, Gerhard. Folgendes ist entnommen der heutigen Tageszeitung : Die Kleine Zeitung- Graz, Author = Fred Strohmeier. ************************************************************************************************** Ein Lob den Vereinsmeiern. Weil sie in unseren Doerfern in der Regel nicht nur in einem Verein das grosse Sagen haben, sondern gleich in mehreren, geraten sie als Vereinsmeier nicht selten in den Mittelpunkt des Belaechelns, ja des Gespoetts und Verhoehnens: die Abschnitts-, Haupt- und Oberbrandinspektoren unserer Feuerwehren, die Obleute und sonstige Vorstandsmitglieder der Kameradschafts- und anderer Buende, der Musik-, Gesangs- und Trachtenvereine, der Volkstums-, Theater- und Jugendgruppen, der Eisschuetzen-, Kegel- und sonstigen Sportklups. Alles Wichtigtuer, Gschaftlhuber und, wie man in manchen Gegenden sagt, "Braefuehrer" (eigentlich Bravierer, das heisst Angeber). Je mehr "Amtl" man auf sich vereinigt, desto vollkommener entspricht man diesen Benennungen. Allerdings wird ueber solche nicht mehr oeffentlich gelaestert, denn irgendwer unter den Zuhoerern ist bestimmt Mitglied wenigstens bei einer der vom Gelaesterten gefuehrten Vereinigung. Dann koennte naehmlich unversehens und in peinlicher indirekter Zurechtweisung der Einwand kommen: "Wenn der (oder die) nit waer, haetten wir noch keinen Sportplatz!. Statt "Sportplatz" kann man hier Unzaehliges einsetzen: einen renovierten Bildstock oder einen Wanderweg, ein Museum oder gar ein modernes Kulturhaus, ein gesaeubertes Bachbett oder ein gemaehtes Wiesengrundstueck. Und vor allem: Wenn der (oder die) nicht waere, wuerde alles Gesellige und Gesellschaftliche veroeden, das Kulturelle erlahmen oder das Gemeinschaftsleben ueberhaupt ersticken. Gewiss, von den Gemeindestuben wird auch viel getan: Man schafft das Geld herbei, damit die manchmal recht ungestuem vorgebrachten Ideen sichtbar, erlebbar werden, damit es nicht gleich ausloescht, sondern buchstaeblich viele anfeuert. Dafuer sind die Vereinsmeier die richtigen Leut! Doch was haben sie nicht alles auf sich zu nehmen! Einen Haufen Arbeit; laut geaeusserte Schadensfreude, wenn etwas misslingt, gehaessige Neider, wenn etwas glueckt; manch boesen Zank in der Familie wegen der"ewigen Lauferei" und fort und fort Barauslagen die niemand ersetzt. Und trotzdem kommt niemand auf die Idee, dass "Vereinsmeier" - in Wahrheit ein Ehrentitel ist. ;-)