---------- Von: Thomas Feldmann[SMTP:feldmann@hermes.fho-emden.de] Gesendet: Freitag, 24. Januar 1997 17:03 An: Webpages Genealogy Betreff: Hallo again, ich sag' einfach.......
Bei dieser Gelegenheit eine Frage an alle: GIBT ES EIGENTLICH KEIN VERNUENFTIGES GENEALOGIE-PROGRAMM FUER WINDOWS?? Im Moment arbeite ich noch mit "Family-History-System" fuer DOS. Die Programme fuer Windows, die ich kenne haben immer mindestens einen Haken: entweder kann man nur Teile eines Stammbaumes ausdrucken (meist 4 Generationen, das ist bei den meisten der Fall), oder die Verknuepfung der Personen ist recht unkomfortabel (das System von Family ist noch am einfachsten), oder sie sind nicht GEDCOM-kompatibel (Family leider auch nicht) oder unbezahlbar (Student !), oder, oder...
Thomas,
da sprichst Du ein Problem an, dass mir schon sein langer Zeit Kopfzerbrechen macht. In meinem Verein (Gesellschaft fuer Familienkunde in Kurhessen und Waldeck) gelte ich sozusagen als der 'Computerspezialist', und jeder, der seine Genealogie dann mit dem Computer bearbeiten moechte, fragt mich um ein geeignetes Programm. In letzter Zeit wollen die Leute dann alle ein Windows-Programm, aber es gibt offensichtlich einfach kein empfehlenswertes. Die DOS-Programme, die bisher empfehlenswert waren, kann ich auch alle nicht mehr unterstuetzen, da sie entweder ebenfalls eklatante Schwaechen haben, wenn man sie richtig fordert, oder weil sie fuer Computer-Neulinge einfach zu schwierig zu bedienen sind. Herr Knoll (GES-2000) soll eine brauchbare Loesung fuer Windows fertig haben, die habe ich aber noch nicht gesehen habe.
Wenn ich an die ersten Versionen von Knoll's GES-2000 denke kann ich nur sehr stark hoffen, dass die angekuendigte Windows-Version sehr viel besser laufen wird. Ich verwende zwar GES (habe es unter Win'95 am laufen), aber ohne Abstuerze beim laengeren Eingeben von neuen Personen laeuft es auch heute noch nicht. Knoll's Anleitung fuer die Installation unter Win'95 kann man auch getrost vergessen - mit der bei mir minimalen Geraetetreiberkonfirguration beklagt sich Win'95 dann ueber nicht genuegend freien Hauptspeicher um GES zui starten ... Ich kenne auch einige andere, die Knoll beim Umstieg PAF auf GES gewaltig veraergert und zu einem Programmwechsel gebracht hat (u.a. die doch inzwischen ganz erheblich Summe, wenn man jeweils die "Updates" - besser waere: Fehlerberichtigungen - von Knoll sich zulegte.
Auf einer Computergenealogie-Tagung unserer Gesellschaft im Jahr 1994 habe ich bei den versammelten Programmherstellern bzw. -programmierern (Knoll, Thimm, Koetting, Mulderij, Diebrink u.a.) angeregt, ob man nicht ein 'Lastenheft' entwickeln koenne, was ein Genealogieprogramm leisten muesste, um fuer die meisten Genealogen wirklich befriedigend einsetzbar zu sein. Jeder hatte zwar Ideen, vor allem Herr Thimm, aber leider habe ich den Eindruck, dass jeder lieber 'sein eigenes Sueppchen kocht' und wenig Interesse hat, ein 'offenes System' zu schaffen. Leider, und Knoll ist dabei ein unruehmliches Beispiel. Er haelt - wie es scheint - nicht mal ganz die GEDCOM-Spezifikationen ein. Daten-Export und -Import zu (mindestens) PC-Ahnen und BK sind nicht ganz unproblematisch (vor, nach, ...), die unter anderen Programmen oft besser funktionieren.
Vielleicht koennen wir auf diesem Forum hier oder auch anderweitig einmal ueber ein solches 'Lastenheft' nachdenken. Ob und wer das dann in ein Programm umsetzen soll oder kann, ist die andere Frage. Wenn man sich den gewuenschten Funktionsumfang einmal nur annaehernd klarmacht, wird deutlich, dass ein Hobby-Programmierer diese Leistung nicht mehr erbringen kann, auch nicht mit RAD-Tools wie Delphi oder VB. Und ein Profi wird unbezahlbar, da man ja keine gro?en Einnahmen erwarten kann. Was denken die anderen dazu?
Holger
Gruss Volker