Ortsfamilienbuecher und Vorstellung
Von: Guenther Schweizer <G.Schweizer@uni-koeln.de> An: Klaus Berndt <kberndt@UR.PILS.DE>
Datum: Sonntag, 2. Februar 1997 12:22
Du hast in der newsgroup s.g.g. einige Angaben zu Familienbuechern gemacht. Koenntest Du bitte Deine Informationen abgleichen mit der von mir betreuten Liste der Ortsfamilienbuecher auf der homepage und mir ggf. die Zitate der fehlenden Buecher schicken, wenn's geht mit allen bibliographischen Feinheiten.
Dank im voraus
Guenther Schweizer
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Hallo Guenther,
habe ich schon gesehen, dass da etliches fehlt, etwa von unseren ASF-Buechern fast durchgehend die ab 1991. Von den anderen saarlaendischen Vereinen und den privat gemachten Buechern fehlen fast alle. Ich muss das daher im Einzelnen:durchgehen.
Zunaechst daher noch ein paar Verstaendnisfragen:
- wie ist die Definition dessen, was als "Ortssippenbuecher" durchgeht ? Ortsbezogene Verkartungen ja wohl, aber wie ist es mit oertlichen Teil-Arbeiten, z.B. "Stammfolge der Familie Seibert aus dem Amt Nohfelden"
- was genau gehoert zu den "bibliographischen Feinheiten" - habe ich sicher nicht alle parat.
- willst Du das dann als Textdatei haben oder wie ?
Gruss
Klaus BERNDT
----------------------- Hallo Berndt und alle Interessierte, Dank fuer Dein Angebot. Zuerst aber zu Deinen Fragen: 1) Ich habe ganz bewusst den Begriff *Ortsfamilienbuecher* statt *Ortssippenbuch* gewaehlt, weil mich die *Sippen* immer an Blut und Boden erinnern, und auch sprachlich ist *Familie* ein wesentlich schaerferer Begriff als *Sippe*, trifft die Sache also besser. Nach meiner Entscheidung habe ich gesehen, daß auch in der Zentralstelle in Leipzig und im neuen Ribbe/Henning ebenfalls der Begriff *Orstfamilienbuch* (OFB) verwendet wird. 2) Es gibt sicherlich wissenschaftlich exakte Definitionen darueber, was ein OFB ist und was nicht (vgl. dazu die Literatur auf der OFB-Seite der home page sowie die juengste Publikation dazu: Volkmar Weiss und Katja Muenchow, Ortsfamilienbuecher mit Standort Leipzig, Neustadt/Aisch 1996, 394 S.). Aber es gibt auch alle moeglichen Uebergangsformen, so dass man hier nicht allzu pingelig sein sollte. Fuer mich ist ein Ortsfamilienbuch ein *Dokument (meist ein Buch, es gibt aber auch schon OFBs auf CD Rom), in dem die Familien eines Ortes fuer einen bestimmten Zeitrau systematisch und vollstaendig erfasst sind*. Die Stammfolge einer einzigen Familie bzw. eben eines Stammes aus einem Ort ist *kein* OFB. Verkartungen sind Grenzfaelle, hier sollte man eben zum Titel hinzufuegen ... [Verkartung], denn im Gegensatz zu einem OFB kann eine Verkartung nicht in einer Bibliothek ausgeliehen werden. Auch Heimatbuecher oder Ortschroniken kommen fuer die Liste nicht in Betracht, es sei denn, sie enthalten eine systematische Erfassung aller Familien ... (s.o.) 3) Die *bibliographischen Feinheiten* sind nicht so ernst gemeint, aber der Titel sollte vollstaendig sein, z.B. auch die Seitenzahl enthalten, falls diese bekannt, denn es ist ein Unterschied, ob es um ein duennes Heft von 30 Seiten geht oder um ein respektables opus von ueber 1000 Seiten. Wichtig ist, dass der Titel vollstaendig und richtig wiedergegeben ist, d.h. so, wie es der Innentitel im Buch selbst zeigt. Am besten orientierst Du dich an meiner bisherigen Liste, z.B. mit den Mustern: ------------ Meuffels, Stephan: Familienregister der Gemeinden Arzdorf und Fritzdorf nach den Kirchenbüchern der Pfarrei St. Georg, Fritzdorf 1678-1798. 3 Teilbände. Bonn 1977. Lauck, Lothar; Storb, Gerhard: Schmelzer Einwohnerbuch. Bd. 1. Einwohner der Pfarrei Bettingen vor 1820: Außen, Bettingen, Goldbach, Gresaubach. Saarbrücken 1991. (Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde. Sonderband 29) Knapp, Willi; Knapp, Erich: Ortssippenbuch Beuren / Balzholz, Kr. Esslingen, Baden-Württemberg, 1558-1875. Teil 1. Chronik und Beschreibung der Urkunden. Teil 2. Einzelpersonen. Filderstadt, Wernau 1988. 786 S. (Deutsche Ortssippenbücher. A. 144) ------------ Wenn bekannt, sollten eine oder mehrere Bibliotheken [Nr. des Bibliothek-Sigels genuegt] angegeben werden, in denen das Buch vorhanden ist, moeglichst solche Bibliotheken, die dem Fernleihverkehr in Deutschland oder dem interlibrary loan system in den USA angeschlossen sind. 4) Am liebsten ist mir eine Text-Datei, wenn gross, als *attached document* zur message. 5) Ich habe heute an Arthur weitere 11 kb OFBs als Ergaenzung zur ersten Liste geschickt. Er wandelt, da ich nicht ueber das technische know how verfuege, liebenswuerdigerweise meinen Text in das html-Format um. In der o.g. Publikation der Leipziger Zentralstelle, mit deren Chef Volkmar Weiss ich deswegen in Kontakt getreten bin, sind etwa 1200 OFBs erfasst, die in meiner Liste nur zum kleineren Teil beruecksichtigt worden sind. Da kommt also noch einiges auf die Liste zu. Bitte schickt mir Neuerscheinungen, die zur Zeit ueberall aus dem Boden spriessen. Da sich einge von Euch in letzter Zeit hier vorgestellt haben, will ich das auch mal nachholen: Ich heisse Guenther Schweizer, bin demnaechst 59 Jahre alt, habe Frau und 2 erwachsene Toechter. Von Hause aus bin ich Schwabe, lebe aber seit 19 Jahren im Exil in Koeln. Fuer die Genealogie wende ich sehr viel Zeit auf. Spezialisiert bin ich auf das alte Wuerttemberg, aber nicht nur. Beruflich lehre und forsche ich im Fach Geographie, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ausrichtung, wozu ich einen Lehrstuhl an der Universitaet Koeln benutze. Regionales Spezialgebiet ist der Islamische Orient. Aus dem zur Zeit total jecken (naerrischen) Koelle (Koeln) gruesst Guenther Schweizer
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