Hallo Webpage-ler, am Samstag, den 12. Juni fand im Pommern-Zentrum (Travemünde) ein Treffen von nordeuropäischen Familienforschern statt, von dem ich gerne etwas berichten möchte. Anwesend waren Vertreter von Genealogievereinen aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Aus Deutschland waren einige Vertreter der nördlichen Genealogievereine da. Ich war eingeladen, um über die schleswig-holsteinischen Familienforscher, den Verein für Computergenealogie und die Computer-/Internetgenealogie in Deutschland allgemein zu berichten. Diese Gelegenheit nutzte ich dann auch gleich, um ausführlich über die Arbeit unseres genealogy.net-Teams zu erzählen. Wir Deutschen waren völlig erstaunt, was unsere nördlichen Nachbarn über ihre Arbeit in der Computergenealogie berichteten. Bis gestern hatte ich noch überhaupt nichts von dort gehört. Von den Zuständen in Nordeuropa können wir nur träumen. Über 50% der Familienforscher haben Internetzugang (ist ja auch kein Kunststück, wenn der Internetzugang kostenlos (!) ist). Richtig 'geschockt' war ich, als ich die Mitgliedszahlen der Computergenealogievereine hörte: In Norwegen hat der DIS 6.000 (sechtausend), der schwedische DIS gar über 9.000 (neuntausend) Mitglieder. In Norwegen (hat 4,3 Millionen Einwohner) sind insgesamt etwa 60.000 Personen in genealogischen Vereinen (sind nicht viele) organisiert. Da wundert es dann auch nicht, wenn einem das monatlich erscheinende Vereinsheft gezeigt wird: A4, 40 Seiten, farbig(!). Noch verblüffter war ich, was die Nordeuropäer (nicht zu verwechseln mit den Skandinaviern, da sind Finnland und Island nicht dabei) im Internet auf die Beine gestellt haben. Die Finnen präsentieren auf ihrem Server ca. 4.500 (viertausendfündhundert) Internetseiten - wir haben nicht ganz 1.500. Dazu kommen dann die online abfragbaren Kirchenbücher von ganz Finnland. Was ich hier in Deutschland mit dem GedBas-Programm vorhabe, gibt es in Schweden mit DisByt schon seit 1989 (neuundachtzig). Norwegen hat mit DisTreff vor kurzem das schwedisch System übernommen. Zum Glück hatte ich GedBas auf meinem Laptop dabei, so daß ich es auch vorführen konnte. Es stieß auf sehr gute Resonanz, da es aufgrund seiner großen Menge der zu einer Person gespeicherten Daten den anderen Systemen überlegen ist. Da die Programmierer des finnischen Kirchenbuch-Programmes und DisByt bei dem Treffen anwesend waren, konnte ich gleich ein paar Ideen austauschen. Bei meinem Vortrag ließ ich natürlich die Arbeit, die bei genealogy.net gemacht wird, nicht zu kurz kommen. Die Seiten (mit einem Videoprojektor an eine schöne große Leinwand projeziert sieht ja alles noch mal doppelt so gut aus...) fanden einen großen Anklang bei den Nordländern. Es war komischerweise (wie ja auch umgekehrt) fast völlig unbekannt, daß es eine solche umfangreiche Informationssammlung gibt. Da es diesen gegenseitigen Informationsmangel gibt, wurde beschlossen, die Kommunikation innerhalb der nordeuropäischen Länder (zu denen Deutschland ja durch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auch gehört) zu verbessern (bzw. erst einmal aufzubauen). Geplant sind eigene Internetseiten und ein Nordeuropäischer Genealogentag, der vielleicht schon im Oktober 2000 stattfinden kann. Wer noch mehr Informationen zu der nordeuropäischen Computergenealogie haben möchte oder sonst noch Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden. Bitte nicht wegen der ganzen Adressen nachfragen, die präsentiere ich demnächst noch auf einer Internetseite. Gruß Jesper -- +-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+ | Jesper Zedlitz EMAIL : Jesper.Zedlitz@gmx.de | | HOMEPAGE: http://www.zedlitz.de | +-------------------------------------+-------------------------------------+ | Schlesien-Seite http://www.genealogy.net/gene/reg/SCI/ | | Schleswig-Holstein-Seite http://www.genealogy.net/gene/reg/SCN/ | +-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
On 13 Jun 99, at 14:56, Jesper Zedlitz wrote about [webpages-l] NordGen Treffen:
Wir Deutschen waren völlig erstaunt, was unsere nördlichen Nachbarn über ihre Arbeit in der Computergenealogie berichteten. Bis gestern hatte ich noch überhaupt nichts von dort gehört.
Jesper weiß bestimmt mehr als fast jeder Deutsche über das Thema und trotzdem ist er erstaunt. Dann kann man sich mal vorstellen wie es aus dem Hinterland aussieht. :-) Die nordlichen Länder, ihren guten Internet Zugang, offene Kommunikation und ihre guten englischen Sprachkenntnisse sind uns in Amerika schon lange bekannt. Es gibt dort natürlich auch die vielen Auswanderer und Kontaktchancen wie in anderen ethnischen Gruppen im Lande. Das sieht man nun schon jahrelang. Und Deutschland kämpft mit Datenschutz und regelmässiger anti-internet Sucht gegen alles womit Information leichter zu erhalten ist. Einzelne kämpfen dagegen aber im grossen ganzen steht der Staat still oder sehr im Wege. Nur geschäftlich rührt sich allerhand um den Kontakt mit der Welt nicht ganz zu verlieren. Die Geschäftswelt passt sich an. Man sieht das alles nun von draußen her - ganz klar. Man ärgert sich und redet sich blau darüber und wird nur als Schändler gegen die Wand gestellt - auch hier in unserer kleinen Welt. Weil es eben so ist in Deutschland will es auch niemand ändern. Man verteidigt das status quo und die Vereine stehen vorne dran. Es wundert sich auch niemand warum gerade in Deutschland, in einem technisch hochstehendem Land, alles was ist so schwer zu ändern ist. Warum stehen Norwegen oder Finnland oder Schweden so weit voraus? Wäre schön wenn diese Frage mal in der einzigen Zeitschrift für Genealogie in Deutschland besprochen würde. Genau wie Jesper weiß ja niemand was dort oder in der Welt eigentlich los ist. Ich kann mir aber denken das es noch schlimmer in Frankreich und Italien ist. Wie kommt das? Vieleicht kann der Verein für Computergenealogie die Bäume schütteln? Fred 26 Warren St. Beverly, NJ 08010 or 4788 Corian Court, Naples, FL 34114 or somewhere on the road but connected to fred@compu.com
participants (2)
-
Jesper Zedlitz
-
W. Fred Rump